#BuchstapelChallenge

Initiiert durch den Loewe Verlag haben sich in den letzten Tagen zahlreiche Buchliebhaber, Blogger, Büchereimitarbeiter und viele mehr als Buchstapler versucht. Es galt, innerhalb von 30 Sekunden einen hohen Bücherturm zu bauen, wobei die Bücher selbst hochkant stehen mussten. Hinterher wurde das Video, das man als Beweis erstellt hat, unter dem Hashtag #BuchstapelChallenge auf Facebook gepostet.

Unsere Bücherei wurde von den Kollegen aus der Stadtbibliothek Greifswald nominiert, sich dieser Challenge zu stellen. Mit Feuereifer stürzten wir uns innerhalb von einer Stunde auf diese Aufgabe, suchten (man ist ja schlau 😉 ) hohe Hardcover-Comics aus den Regalen, die alle die gleiche Buchhöhe haben. Dann wurde erst einmal Probe-gestapelt, um zu sehen, wie kurz diese 30 Sekunden überhaupt sind, wie viele Bücher verbaut werden können und wie die Bücher am sichersten stehen. Und vor allem: wie kommt man oben noch ran, wenn der Turm richtig hoch wird…

Danach ging es an die eigentliche Challenge. Bücher wurden bereit gestellt, ein Tisch als Leiter-Ersatz an die Seite geschoben. Und dann erfolgte das Startsignal! Schnell waren die 30 Sekunden vorbei, die Kolleginnen dank der Hitze geschafft. Aber es hatte sich gelohnt! Die Zollstöcke lagen bereit, wurden an den Turm angehalten und… der Lauenburger Bücherturm kam auf stolze 2,60m!

Hier die beiden stolzen Buchstaplerinnen:

Und hier natürlich das Beweisfilmchen:

Marie Jansen: Wo die ungesagten Worte bleiben

Als die Architektin Sabine ein altes Chateau in der Bretagne zu einem Hotel umbauen soll, ist sie aufgeregt. Ein solch großer Auftrag ist schon recht anspruchsvoll. Zumal ihr der Auftraggeber viele Freiheiten lässt. Doch dann stößt sie auf einen geheimen Raum unter der Treppe, in dem sie einen alten Koffer findet: gefüllt mit einer deutschen Uniform, einem alten Brautkleid voller Blutflecken und Filmrollen…

1940 lebt die junge Audrey mit ihren Eltern auf dem Chateau Maélis, als ein hoher deutscher Offizier den Familienbesitz beschlagnahmt und mit seinen Soldaten dort einzieht. Die Familie Perriéres muss in ein kleines Nebengebäude umziehen, in dem bisher Audreys Cousin Henri allein gewohnt hat. Zu viert teilen sie sich nun die beiden Räume. Nicht nur die Enge und der Abschied vom Luxus machen ihnen zu schaffen, auch die Einschränkungen durch die Besetzer sind unzumutbar. Der Holzbetrieb des Vaters darf nur noch an die Deutschen liefern, der Zutritt zum Chateau ist ihnen untersagt. Einzig Rudolf, der Sohn des Generaloberst Freiherr von Lickenwitz, scheint ihnen wohlgesonnen, und so dauert es nicht lange, bis er mit Audrey kleinere Unterhaltungen fernab seines Vaters führt. Die beiden kommen sich näher, doch die Umstände sind gegen sie. Es dauert nicht lange, bis Rudolf Audrey bittet, mitsamt ihrer Familie vom Anwesen zu fliehen, denn sein Vater hat etwas in Hitlers Auftrag vor, was für Audrey gefährlich werden könnte. Wird es ein Wiedersehen geben? Hat ihre Zuneigung eine Chance?

Eine spannende, berührende Geschichte über zwei junge Frauen, über ein großes Geheimnis und über Familienbande.

Brenman/Le Huche: Auch Prinzessinnen müssen mal pupsen

Laura kommt eines Tages vom Kindergarten nach Hause und hat eine Frage, die sie unbedingt loswerden muss: Müssen Prinzessinnen auch pupsen? Gut, dass ihr Papa diese Frage beantworten kann, denn er hat in seinem Bücherregal genau das richtige Buch stehen. Ein Buch, das mindestens 200 Jahre alt ist: „Das geheime Buch der Prinzessinnen“!

Gemeinsam mit Laura setzt er sich an den Schreibtisch und liest ihr kurz darauf Geschichten über berühmte Prinzessinnen vor. Denn es gibt tatsächlich ein Kapitel über „Blähungen und andere Verdauungsbeschwerden der bezauberndsten Prinzessinnen der Welt“ in diesem Buch. Und so liest er Laura alles über die Pupse von Cinderella, Schneewittchen und die kleine Meerjungfrau vor, die jedoch ganz geschickt von diesen durch andere Geräusche und Aktionen überspielt wurden. Denn eigentlich gehören sich Pupse ja nicht, auch nicht für Prinzessinnen…

Eine witzige Bilderbuchgeschichte, die sicher beim Vorlesen für viele Kichereien sorgen wird. Zusätzlich sind auf jeder Seite pupsende Zwerge versteckt, die es zu entdecken gilt.

Zehn Jahre Buchstart in Hamburg

2007 startete die Hamburger Kulturbehörde gemeinsam mit Seiteneinsteiger e.V. mit dem Projekt Buchstart. Taschen, gefüllt mit Bilderbüchern sowie Tipps und Anregungen für Eltern, werden seitdem kostenlos über die Kinderärzte an alle Hamburger Familien mit einjährigen Kindern verteilt. Rund 18.000 Taschen kommen da pro Jahr zusammen bzw. unter die Leute.

Am Mittwoch hatte der Senat der Hansestadt Hamburg zu einem Jubiläumsempfang für alle Unterstützer von Buchstart in das Hamburger Rathaus gebeten; Kultursenator Dr. Carsten Brosda sprach von einem Vorzeigeprojekt, welches unter der Regie seiner Amtsvorgängerin Karin von Welck seinen Anfang nahm. Kirsten Boie als Schirmherrin von Buchstart schickte per Videobotschaft Grüße und freute sich, dass Buchstart mittlerweile nicht mehr aus Hamburg wegzudenken ist. Zusätzlich hofft sie auf mindestens 50 weitere erfolgreiche Jahre. Weiterhin brachten alle Förderer – vor allem Gruner+Jahr, Budnikowsky, Oetinger, Carlsen – zum Ausdruck, wie wichtig dieses Projekt sei, werden doch dank der 100prozentigen Unterstützung durch die Hamburger Kinderärzte, alle (!) einjährigen Kinder der Hansestadt erreicht!

Nina Kuhn von Seiteneinsteiger e.V. ließ zum Abschluss alle Anwesenden an den vergangenen zehn Jahren von Buchstart teil haben. Mit Bildern und Anekdoten, mit sämtlichen Hochs und Tiefs, und anschließenden Ehrungen, rundete sie diesen Jubiläumsempfang wunderbar ab.

Auch in Lauenburg erhalten seit ca. 8 Jahren die Familien mit einjährigen Kindern die Buchstart-Taschen, wenn sie zur U6 den Kinderarzt aufsuchen. Die Stadt- und Schulbücherei besorgt die Taschen, füllt sie und gibt sie zur weiteren Verteilung an die Kinderärzte.

Pippa Watson: Mit euch an meiner Seite

June liebt ihre Arbeit als Hundetrainerin und leitet erfolgreich ein Hundezentrum in Glastonbury. Unterstützung erhält sie durch ihren Lebensgefährte Morris und ihre beste Freundin Nicole. Allerdings zweifelt June immer wieder an ihrer Beziehung zu Morris, vor allem, wenn er mit den weiblichen Kursteilnehmerinnen auf Teufel komm raus flirtet. Glücklicherweise bietet ihr ein Auftrag die Möglichkeit, etwas Abstand zu gewinnen, denn sie soll einen traumatisierten Hund in London trainieren.

Dem bekannten Popstar Tobey Lambert ist während einer Verfolgungsjagd durch Paparazzi ein Tier vor das Auto gelaufen. Nachdem sein Chauffeur die Verfolger abgehängt hat, fahren sie zurück zur Unglücksstelle, um sich um das Tier zu kümmern und es zum Tierarzt zu bringen. Der Hund, den sie finden, hat noch mal Glück im Unglück gehabt, abgesehen von einer gebrochenen Pfote ist er mit Prellungen und Abschürfungen davon gekommen. Und da sich der Besitzer nicht ermitteln lässt, nimmt Tobey das Tier erst einmal mit zu sich. Doch er merkt schnell, dass der Hund Probleme hat, ihm zu trauen. Um das zu ändern, engagiert er eine Hundetrainerin: June. Und die merkt bei ihrer Arbeit mit dem Hund schnell, dass nicht nur dieser unter einem Trauma leidet. Auch Tobey scheint etwas verarbeiten zu müssen…

Eine warmherzige (Liebes-)Geschichte, in der ein liebenswerter Hund im Mittelpunkt steht, und die abwechselnd aus Junes und Tobeys Sicht geschrieben ist. Hinter Pippa Watson verbirgt sich Mirjam Müntefering, die mit diesem Roman ihr Können erneut unter Beweis stellt.

Eric Lindstrom: Wie ich dich sehe

Die 16jährige Parker läuft für ihr Leben gerne, bevor die Schule beginnt. Alleine, bevor die Welt um sie herum richtig erwacht. Allerdings ist das nicht selbstverständlich, denn Parker ist seit einem Autounfall neun Jahre zuvor erblindet. Ein Autounfall, den ihre Mutter verursacht hat und selbst dabei gestorben ist. Seitdem war ihr Vater derjenige, der ihr die Welt näher brachte. Doch kurz nach Parkers 16. Geburtstag ist auch ihr Vater gestorben, und nun wohnt ihre Tante mitsamt ihrer Familie in Parkers Elternhaus – und nichts ist mehr wie vorher…

Nach den Sommerferien wurden in Coastview die beiden Highschools zusammen gelegt, und – zu Parkers Glück – werden nun alle Schüler an ihrer Schule, der Adams Highschool, gemeinsam unterrichtet. So bleibt es Parker erspart, sich neue Räume einprägen zu müssen. Jedoch trifft sie nun dank der Zusammenlegung auf einen alten Freund, der sie drei Jahre zuvor aufs Schlimmste verletzt hat. Scott, ihr damals bester Freund, hatte damals etwas getan, was für Parker unverzeihlich war, und weshalb sie nie wieder mit ihm befreundet sein wollte. Nun sitzt Scott plötzlich vor ihr im Unterricht, und auch abseits der Schule trifft Parker immer wieder auf ihn. Doch Parker wäre nicht sie selbst, wenn sie damit nicht entsprechend umgehen könnte. Und so beachtet sie Scott einfach nicht, lässt ihn links liegen. Allerdings beginnt sie, über den damaligen Vorfall nachzudenken und ist sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie überhaupt richtig reagiert hatte. Immerhin hatte sie Scott nie die Möglichkeit einer Erklärung gelassen…

Eine berührende Geschichte über eine starke, junge Persönlichkeit, die trotz aller schrecklichen Ereignisse in ihrem Leben ihren Weg geht und nicht nur über ihr Handicap beurteilt werden möchte. Trotz des ernsten Themas und der auftretenden Probleme gibt es auch immer wieder lustige Momente, die dem Jugendbuch eine gewisse Leichtigkeit verleihen. Ein Buch, dem man viele Leser wünscht!