Eva Almstädt: Ostseejagd

Die Lübecker Kriminalhauptkommissarin Pia Korittki verschlägt es in ihrem 12. Fall in das kleine Örtchen Dörnitz. Hier wurde am Strand eine Frauenleiche gefunden, was die Ermittler vom K1 vor einige Schwierigkeiten stellt: der Leiche wurde das Gesicht zertrümmert, so dass eine Identifizierung nahezu unmöglich scheint – zumal niemand vermisst wird…

Doch die Ermittler können sich nicht lange mit diesem Leichenbefund beschäftigen, denn kurz darauf wird ein zweiter Leichnam gefunden. Ebenfalls in Dörnitz, doch diesmal in einem Waldstück. Besteht zwischen den beiden Opfern ein Zusammenhang? Und wenn ja, welcher? Die verwertbaren Spuren führen Pia und ihre Kollegen bis nach Rostock, doch es fehlt ihnen immer noch an weiteren Informationen. Was verschweigt ihnen bloß die eingeschworene Dörnitzer Jagdgemeinschaft? Und was die beiden alleinstehenden Schwestern, die abgeschieden in einem alten Bauernhaus im Dorf leben? Zu allem Überfluss wird Pia auch noch von einem Stalker bedroht, weshalb sie kurzzeitig ins Hotel flüchtet. Doch auch hier findet sie keine Ruhe vor ihrem Verfolger…

Erneut ein solider Regionalkrimi, der mit einigen überraschenden Wendungen aufwarten kann.

Clara Weißberg: Meerhimmelblau

Bibliothekarin Liane fühlt sich ausgepowert. Was liegt da näher, als endlich mal wieder in Urlaub zu fahren. Doch ihr Mann Jochen, ein Lehrer für Kunst und Französisch, plant ein Sabbatjahr in Venedig – ohne sie. Da kommt ihr das Angebot ihrer Kollegin Nele, den Hof ihres Großvaters an der Schlei zu hüten, genau richtig.

Kurz darauf findet sich Liane in dem kleinen Örtchen Huseby an der Schlei wieder, als Haussitterin für den Hof, den Garten und die Tiere: Schafe, Schweine, Kaninchen und Hündin Nuala. Für die Städterin Liane ein großes Abenteuer, doch zum Glück hilft ihr die neunjährige Tochter des Dorfpastors, Marie, beim Füttern der Tiere, erklärt ihr das Wichtigste, so dass sich Liane nicht allzu hilflos fühlt. Und bei Marie und ihrem Vater Jan ist Liane schnell ein gerngesehener Gast. Hier trifft sie auch auf Fabian, einen Restaurator, der in der Kirche einige Arbeiten übernommen hat. Und der ihr nicht nur die Kirche zeigt, sondern Liane auch zu Ausflügen nach Kappeln, Flensburg und Schleswig mitnimmt, wodurch ihr die Gegend (und auch Fabian) richtig ans Herz wächst. Doch sie weiß, dass ihre Zeit an der Schlei begrenzt ist, nach zwei Wochen soll Neles Opa aus der Reha entlassen werden und zurück auf den Hof kehren. Außerdem plant Liane, ihren Mann zum 21. Hochzeitstag in Venedig zu überraschen. Ein Vorhaben, das sich viel zu schnell als Riesenfehler entpuppen soll…

Eine warmherzige Geschichte über eine Frau, die vor großen Entscheidungen steht, und zugleich eine wunderbare Liebeserklärung an eine zauberhafte Gegend in Schleswig-Holstein.

Günther Jakobs: Schnabbeldiplapp

Emil Ente fürchtet sich fürchterlich vor… Wasser. Was Henry Schwan nicht verstehen kann. Folglich überlegt sich der Langhals etwas für seinen neuen Freund und schleppt ins Schwimmbad.

Emil zögert alles hinaus: das Umziehen, die Suche nach der Schwimmbrille und dem Handtuch, doch, Schnabbeldiplapp, Henry lässt sich auf lange Sicht nicht davon abbringen, Emil ins Wasser zu zerren. Er zeigt ihm, wie man vom Sprungbrett springt, und als er Emil das Schwimmen zeigen möchte, kommt Henry eine bessere Idee. Emil soll auf Henrys Schultern erst einmal ins Becken. Das geht auch einige Zeit richtig gut, doch dann wird Emil übermütig…

Ein zauberhaftes Bilderbuch über zwei liebenswerte Schnabeltiere, mit grandiosen Dialogen und wundervollen Illustrationen. Für alle jungen und älteren Leser ab 4 Jahren – egal, ob wasserscheu oder wasserverrückt!

Jennifer Niven: Stell dir vor, dass ich dich liebe

Nach fünf Jahren kehrt Libby wieder an die Schule zurück. Fünf Jahre, in denen ihre Mutter gestorben ist, sie Essen in sich hinein gestopft hat und später aus ihrem Haus befreit werden musste, als Amerikas fettester Teenager betitelt wurde und letztendlich 140 Kilo abgenommen hat. Auch wenn sie immer noch nicht wieder normalgewichtig ist, so fühlt sie sich doch bereit für das Schulleben. Jetzt, als angehende Elftklässlerin, hat sie das nötige Selbstbewusstsein, um sich ihren Mitschülern zu stellen.

Libby hat jedoch nicht mit dem grausamen Spiel gerechnet, das sich einige Jungs ausgedacht haben: Schwabbelrodeo. Nachdem ein anderes übergewichtiges Mädchen von diesen Jungs damit belästigt wurde, ist Libby das nächste Opfer. Doch Libby wehrt sich und haut ihrem Angreifer, Jack, ins Gesicht, weshalb die beiden von der Schulleitung zu gemeinnütziger Arbeit und einem Gesprächskreis verdonnert werden. Am gleichen Abend findet Libby in ihrem Schulrucksack einen Brief von Jack vor, in dem er sich quasi bei ihr für die Attacke im Vorhinein entschuldigt und ihr sein allergrößtes Geheimnis verrät: er glaubt, dass er unter Prosopagnosie leidet. Eine Krankheit, die auch als Gesichtsblindheit bekannt ist. Jack ist nicht in der Lage, Gesichter zu erkennen und sich an sie zu erinnern. Dadurch gerät er auch immer wieder in Schwierigkeiten, denn er orientiert sich stattdessen an Frisuren, Klamotten oder Schönheitsflecken. Dinge, die sich jedoch schnell immer wieder ändern. Selbst seine eigene Familie kann er lediglich durch Frisuren oder Stimmen auseinanderhalten.

Libby überredet Jack, zu einer Spezialistin zu fahren, damit er seine Vermutung endlich bestätigt sieht. Dadurch und durch die Zeit, die die beiden gezwungenermaßen miteinander verbringen, kommen sie sich näher. Und sie verstehen sich gut, zumal Jack keine Probleme hat, Libby zu erkennen – aufgrund ihres Übergewichts. Doch Libby traut dem ganzen nicht, denn Jack ist einer der beliebtesten und bestaussehenden Jungen an der Schule. Warum sollte er sich ausgerechnet zu ihr, der fetten Jugendlichen, hingezogen fühlen?

Ein berührendes Jugendbuch über zwei außergewöhnliche Teenager, die beide an ihren Problemen zu arbeiten haben, sich aber nicht unterkriegen lassen auf ihrem steinigen Weg zu sich selbst und zum jeweils anderen.

Kippenberger/Caepsele: Wo ist hier die Wurst?

„Ein klärendes Sachbuch“, wie uns der Untertitel verrät. Denn hier geht es um die Wurst und deren Weg vom Klo durch die Kanalisation bis zur Kläranlage.

Alles beginnt damit, dass Eddi mit seiner Schwester Zoe im Hof spielt und plötzlich auf die Toilette muss. Doch dafür müssten sie bis in den 5. Stock hochgehen… Viel zu weit. Glücklicherweise hat Frau Sperling aus dem Erdgeschoss Eddis Problem mitbekommen und bietet ihm an, bei ihr die Toilette zu nutzen. Doch als Eddi in das Badezimmer von Frau Sperling geht, riecht es dort schrecklich „nach Kacka“, wie der Junge näselnd feststellt. Kein Wunder, denn Herr Sperling war zuvor auf dem Klo gewesen und hat vergessen, zu spülen… Nachdem dieses Geschäft weggespült wurde und auch Eddi seinem eigenen Bedürfnis erfolgreich nachgegangen ist, sind Zoe und Eddi wahnsinnig neugierig, wohin denn Pipi und Co verschwinden. Gemeinsam mit Herrn Sperling machen sie die Geschwister auf die Suche.

Ein witziges, informatives Sachbilderbuch über das natürlichste Geschäft der Welt: wo geht es hin, wenn es weg ist. Ein richtig klasse Buch, das mit einem kleinen Informationsteil und einem Quiz abschließt.