Marie Jansen: Wo die ungesagten Worte bleiben

Als die Architektin Sabine ein altes Chateau in der Bretagne zu einem Hotel umbauen soll, ist sie aufgeregt. Ein solch großer Auftrag ist schon recht anspruchsvoll. Zumal ihr der Auftraggeber viele Freiheiten lässt. Doch dann stößt sie auf einen geheimen Raum unter der Treppe, in dem sie einen alten Koffer findet: gefüllt mit einer deutschen Uniform, einem alten Brautkleid voller Blutflecken und Filmrollen…

1940 lebt die junge Audrey mit ihren Eltern auf dem Chateau Maélis, als ein hoher deutscher Offizier den Familienbesitz beschlagnahmt und mit seinen Soldaten dort einzieht. Die Familie Perriéres muss in ein kleines Nebengebäude umziehen, in dem bisher Audreys Cousin Henri allein gewohnt hat. Zu viert teilen sie sich nun die beiden Räume. Nicht nur die Enge und der Abschied vom Luxus machen ihnen zu schaffen, auch die Einschränkungen durch die Besetzer sind unzumutbar. Der Holzbetrieb des Vaters darf nur noch an die Deutschen liefern, der Zutritt zum Chateau ist ihnen untersagt. Einzig Rudolf, der Sohn des Generaloberst Freiherr von Lickenwitz, scheint ihnen wohlgesonnen, und so dauert es nicht lange, bis er mit Audrey kleinere Unterhaltungen fernab seines Vaters führt. Die beiden kommen sich näher, doch die Umstände sind gegen sie. Es dauert nicht lange, bis Rudolf Audrey bittet, mitsamt ihrer Familie vom Anwesen zu fliehen, denn sein Vater hat etwas in Hitlers Auftrag vor, was für Audrey gefährlich werden könnte. Wird es ein Wiedersehen geben? Hat ihre Zuneigung eine Chance?

Eine spannende, berührende Geschichte über zwei junge Frauen, über ein großes Geheimnis und über Familienbande.

Brenman/Le Huche: Auch Prinzessinnen müssen mal pupsen

Laura kommt eines Tages vom Kindergarten nach Hause und hat eine Frage, die sie unbedingt loswerden muss: Müssen Prinzessinnen auch pupsen? Gut, dass ihr Papa diese Frage beantworten kann, denn er hat in seinem Bücherregal genau das richtige Buch stehen. Ein Buch, das mindestens 200 Jahre alt ist: „Das geheime Buch der Prinzessinnen“!

Gemeinsam mit Laura setzt er sich an den Schreibtisch und liest ihr kurz darauf Geschichten über berühmte Prinzessinnen vor. Denn es gibt tatsächlich ein Kapitel über „Blähungen und andere Verdauungsbeschwerden der bezauberndsten Prinzessinnen der Welt“ in diesem Buch. Und so liest er Laura alles über die Pupse von Cinderella, Schneewittchen und die kleine Meerjungfrau vor, die jedoch ganz geschickt von diesen durch andere Geräusche und Aktionen überspielt wurden. Denn eigentlich gehören sich Pupse ja nicht, auch nicht für Prinzessinnen…

Eine witzige Bilderbuchgeschichte, die sicher beim Vorlesen für viele Kichereien sorgen wird. Zusätzlich sind auf jeder Seite pupsende Zwerge versteckt, die es zu entdecken gilt.

Pippa Watson: Mit euch an meiner Seite

June liebt ihre Arbeit als Hundetrainerin und leitet erfolgreich ein Hundezentrum in Glastonbury. Unterstützung erhält sie durch ihren Lebensgefährte Morris und ihre beste Freundin Nicole. Allerdings zweifelt June immer wieder an ihrer Beziehung zu Morris, vor allem, wenn er mit den weiblichen Kursteilnehmerinnen auf Teufel komm raus flirtet. Glücklicherweise bietet ihr ein Auftrag die Möglichkeit, etwas Abstand zu gewinnen, denn sie soll einen traumatisierten Hund in London trainieren.

Dem bekannten Popstar Tobey Lambert ist während einer Verfolgungsjagd durch Paparazzi ein Tier vor das Auto gelaufen. Nachdem sein Chauffeur die Verfolger abgehängt hat, fahren sie zurück zur Unglücksstelle, um sich um das Tier zu kümmern und es zum Tierarzt zu bringen. Der Hund, den sie finden, hat noch mal Glück im Unglück gehabt, abgesehen von einer gebrochenen Pfote ist er mit Prellungen und Abschürfungen davon gekommen. Und da sich der Besitzer nicht ermitteln lässt, nimmt Tobey das Tier erst einmal mit zu sich. Doch er merkt schnell, dass der Hund Probleme hat, ihm zu trauen. Um das zu ändern, engagiert er eine Hundetrainerin: June. Und die merkt bei ihrer Arbeit mit dem Hund schnell, dass nicht nur dieser unter einem Trauma leidet. Auch Tobey scheint etwas verarbeiten zu müssen…

Eine warmherzige (Liebes-)Geschichte, in der ein liebenswerter Hund im Mittelpunkt steht, und die abwechselnd aus Junes und Tobeys Sicht geschrieben ist. Hinter Pippa Watson verbirgt sich Mirjam Müntefering, die mit diesem Roman ihr Können erneut unter Beweis stellt.

Eric Lindstrom: Wie ich dich sehe

Die 16jährige Parker läuft für ihr Leben gerne, bevor die Schule beginnt. Alleine, bevor die Welt um sie herum richtig erwacht. Allerdings ist das nicht selbstverständlich, denn Parker ist seit einem Autounfall neun Jahre zuvor erblindet. Ein Autounfall, den ihre Mutter verursacht hat und selbst dabei gestorben ist. Seitdem war ihr Vater derjenige, der ihr die Welt näher brachte. Doch kurz nach Parkers 16. Geburtstag ist auch ihr Vater gestorben, und nun wohnt ihre Tante mitsamt ihrer Familie in Parkers Elternhaus – und nichts ist mehr wie vorher…

Nach den Sommerferien wurden in Coastview die beiden Highschools zusammen gelegt, und – zu Parkers Glück – werden nun alle Schüler an ihrer Schule, der Adams Highschool, gemeinsam unterrichtet. So bleibt es Parker erspart, sich neue Räume einprägen zu müssen. Jedoch trifft sie nun dank der Zusammenlegung auf einen alten Freund, der sie drei Jahre zuvor aufs Schlimmste verletzt hat. Scott, ihr damals bester Freund, hatte damals etwas getan, was für Parker unverzeihlich war, und weshalb sie nie wieder mit ihm befreundet sein wollte. Nun sitzt Scott plötzlich vor ihr im Unterricht, und auch abseits der Schule trifft Parker immer wieder auf ihn. Doch Parker wäre nicht sie selbst, wenn sie damit nicht entsprechend umgehen könnte. Und so beachtet sie Scott einfach nicht, lässt ihn links liegen. Allerdings beginnt sie, über den damaligen Vorfall nachzudenken und ist sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie überhaupt richtig reagiert hatte. Immerhin hatte sie Scott nie die Möglichkeit einer Erklärung gelassen…

Eine berührende Geschichte über eine starke, junge Persönlichkeit, die trotz aller schrecklichen Ereignisse in ihrem Leben ihren Weg geht und nicht nur über ihr Handicap beurteilt werden möchte. Trotz des ernsten Themas und der auftretenden Probleme gibt es auch immer wieder lustige Momente, die dem Jugendbuch eine gewisse Leichtigkeit verleihen. Ein Buch, dem man viele Leser wünscht!

DVD-Tipp: Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

Ein Film für die ganze Familie, angelehnt an den gleichnamigen Kinderbuchklassiker von Boy Lornsen. Der Buchliebhaber wird jedoch feststellen, dass diese Verfilmung nicht viel mit der Vorlage zu tun hat, fehlen einem doch die Roboter-Prüfungsaufgaben, die das ganze Abenteuer der beiden Hauptfiguren erst starten lassen. Stattdessen werden fiese und skrupellose Bösewichte in die Geschichte eingebaut, die den Film etwas überstrapazieren. Trotzdem kommen die Zuschauer auf ihre Kosten, wenn sie sich denn vom Buch lösen können (und wollen).

Zum Inhalt: Niemand kann sich so ungewöhnliche Erfindungen ausdenken, wie der 11-jährige Tobbi Findeisen. Eines Tages landet vor seinen Füßen der kleine Roboter Robbi, der beim Absturz seines Raumschiffes von seinen Roboter-Eltern getrennt wurde und sich nun auf die Suche nach ihnen machen muss. Zusammen ertüfteln Robbi und Tobbi ein Gefährt das zugleich fliegen, schwimmen und fahren kann: Ein Fliewatüüt eben! Doch inzwischen sind auch der skrupellose Sir Joshua und dessen Superagenten Brad Blutbad und Sharon Schalldämpfer dem Roboter auf den Fersen, um ihn für ihre Zwecke zu nutzen. Doch auch die klügsten Superagenten sollten nicht unterschätzen, wozu die besten Freunde der Welt fähig sind! (Quelle: http://www.robbitobbiunddasfliewatüüt.de)

CD-Tipp: Wincent Weiss – Irgendwas gegen die Stille

Mit seinem Debüt-Album kann Wincent Weiss durchaus punkten: gefühlvoll und abwechslungsreich.

Zur CD: Dass Wincent Weiss zu den wichtigsten Nachwuchstalenten des Deutsch-Pops gehört, hat der 24-Jährige in der Vergangenheit schon mehrfach bewiesen, zum Beispiel mit seiner ersten Single »Regenbogen«.
2017 geht er jetzt endlich mit seinem Debütalbum an den Start: »Irgendwas gegen die Stille« heißt der 13 Songs starke Longplayer.
Der Albumtitel entstammt einer Textzeile aus dem Song »Musik sein«, der zweiten offiziellen Single des Musikers, die es in Österreich und der Schweiz bis in die Top 10 schaffte. Einen dritten Vorgeschmack auf die Platte gab es bereits mit dem Song »Feuerwerk«.
Die Auskopplungen zeigen: Trotz Newcomerstatus ist Weiss einer der vielfältigsten Sänger und Songwriter, den die deutsche Poplandschaft gerade zu bieten hat. Und so halten sich auf »Irgendwas gegen die Stille« gut gelaunte, euphorische Songs und emotionale Balladen die Waage. Zudem warten poetische Texte und persönliche Geschichten.
Einen Gast gibt es auf dem Album ebenfalls: Der österreichische Rapper Chakuza unterstützt im Song »Betonherz«. Ein weiteres Highlight auf »Irgendwas gegen die Stille« ist eine Akustikversion des Hits »Regenbogen«.
»Irgendwas gegen die Stille«? Das neue Album von Wincent Weiss ist weit mehr als das: der eindrucksvolle Erstling eines Künstlers, von dem man ganz sicher noch einiges erwarten kann. (Quelle: http://www.jpc.de)

Brittainy C. Cherry: Wie die Luft zum Atmen

Ein Jahr nach dem Verlust ihres Mannes zieht Liz mit ihrer fünfjährigen Tochter Emma wieder zurück in ihr Haus. Ein langes Jahr, das sie bei ihrer Mutter verbracht hat, liegt hinter ihr, doch Liz spürt, dass sie neu beginnen muss. Und dazu gehört auch, sich der Vergangenheit zu stellen. Doch bereits der Neustart in Meadows Creek geht gehörig daneben, als sie kurz vor ihrem Zuhause einen Hund anfährt. Der Hundebesitzer ist außer sich und macht Liz die schlimmsten Vorwürfe, bevor er sich von ihr zum nächsten Tierarzt bringen lässt. Glücklicherweise ist dem Hund nicht allzu viel passiert, doch die demonstrative Abwehrhaltung des Fremden lässt Liz lange nicht los.

Wie sich kurz darauf herausstellt, handelt es sich bei dem Fremden um ihren neuen Nachbarn, Tristan Cole. Er hat in dem Jahr, das Liz bei ihrer Mutter verbracht hat, das verfallene Haus neben ihrem gekauft. Allerdings soll Liz Abstand zu ihm halten, wie ihr alle ihre Freunde raten. Denn Tristan soll ein Monster sein, ein Mann, der verrückt ist, jemand, dem Liz auf keinen Fall über den Weg trauen soll. Doch sie vertraut lieber ihrem Gefühl, das ihr sagt, dass Tristan mit einem ähnlichen Verlust zu kämpfen hat wie sie selbst. Und ihr Gefühl trügt sie nicht: Tristan hat ebenfalls Verluste zu betrauern. In ihrem Kummer kommen sich die beiden näher, versuchen, sich durch ihre Nähe zueinander an ihre Liebsten zu erinnern. Und langsam beginnen beide wieder, etwas Freude am Leben zu gewinnen. Doch hilft dies wirklich?

Eine gefühlvolle Geschichte über Verlust und Liebe, über Loslassen und Neuanfänge.